Vietnam, Roadtrip Vietnam

Cat Ba – per Schiff durch die Halong-Bucht

Highlight jeder Vietnam-Reisende ist zweifelsohne ein Ausflug in die berühmte Halong Bucht. Die steil emporragenden, ikonischen Kalksteinfelsen gehören genauso zu Vietnam wie Reis-Kegelhüte und Verkehrschaos. Und beim Anblick dieser atemberaubenden Landschaft wundert es wenig, dass die Bucht wurde bereits 1994 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Nach unserem Aufenthalt in Nam Dhin im Funny English Club zogen wir auf unseren Motorbikes weiter nach Cat Ba, der größten Insel in der berühmten Halong-Bucht an der  nordöstlichen Küste Vietnams. Dort wollten wir dem Touristentrubel etwas entgehen und die Bucht entspannter erfahren, als von Halong Stadt aus. Die relativ kurze Fahrt von Nam Dinh über Haiphong, der drittgrößten Stadt Vietnams, nach Cat Ba, sollte sich allerdings als anstrengender erweisen, als beim Anblick der Landkarte gedacht. Obgleich sich die Straßen in gutem Zustand befanden, ließ dagegen die Luftqualität sehr zu wünschen übrig. Die Fahrt durch den Smog südlich der Hauptstadt erwies sich als extrem anstrengend. Ohne Mundschutz würden wir die Fahrt niemandem empfehlen.

Polizeiliche Willkür …

Bei der Durchfahrt durch Haiphong gerieten wir zudem in eine Umleitung für Motorbikes, die in einer groß angelegten Polizeikontrolle mündete. Hier wurden wir zum ersten Mal Opfer polizeilicher Willkür. Wir wurden mehr oder weniger in eine Falle gelockt und dann zur Kasse gebeten – dazu aber mehr in unserem Bericht über den vietnamesischen Straßenverkehr und seine Tücken.

Fähre von Haiphong nach Cat Ba

Dank Google Maps wurden wir zuverlässig Richtung Fähre gelotst und setzten mit vorwiegend Einheimischen über auf Cat Ba, die größte Insel in der Halong Bucht. Für uns vier samt zwei Motorbikes bezahlten wir günstige 90.000 Dong, etwa 3,33 Euro.

Auf Cat Ba angekommen, konnten wir endlich wieder richtig durchatmen. Der schönen, spärlich befahrenen Küstenstraße folgend gelangten wir nach etwa einer Stunde Fahrtzeit nach Cat Ba Stadt im Süden der Insel. Unser Hotel in guter Lage war das günstigste, das wir auf unserer gesamten zweieinhalb Monate dauernden Reise durch Vietnam bewohnt hatten (5 Euro je Doppelzimmer mit Frühstück!).

Bootsfahrt durch die Halong-Bucht

Das Highlight jedes Aufenthalts auf Cat Ba ist die obligatorische Bootstour. Selbige hatten wir direkt in unserem Hotel gebucht, denn dort hatten wir das günstigste Angebot gefunden und zudem war der Transport vom Hotel zum Hafen inkludiert. Für einen ganztägigen Trip inklusive Verpflegung bezahlten wir 300.000 Dong pro Person (ca. 11 Euro). Pünktlich um 8 Uhr morgens wurden wir von unserem Hotel mit einem Minivan abgeholt und nachdem der Fahrer alle anderen Mitreisenden von deren Hotels eingesammelt hatte, ging’s zum nahegelegenen Hafen. Dort bestiegen wir – eine Gruppe von etwa 25 Personen – ein bequemes, kleines Holzschiff, auf dem locker doppelt so viele Personen Platz gefunden hätten, und fuhren los. Leider hatten wir nicht das schönste Wetter erwischt, aber immerhin regnete es nicht. Ob blauer oder grauer Himmel, die Halongbucht beeindruckt immer.

Monkey Island

Unser Ausflug startete im Hafenbecken mit seinen schwimmenden Fischerhütten.

Der Kapitän steuerte das Schiff gekonnt durch das Labyrinth der Felsmonolithen bis wir unseren ersten Stopp auf Monkey Island erreichten, einer kleinen Insel mit Aussichtspunkt und Affenstrand. Obwohl uns zwei deutsche Urlauber, die wir am Abend zuvor in einem Lokal kennengelernt hatten, vom Aufstieg zum Aussichtspunkt abgeraten hatten, wollten wir uns selbst von der Gefährlichkeit des Weges überzeugen.

Anfangs war der Pfad noch locker zu bewältigen, wurde aber bald immer steiler. Problematisch waren die schroffen Felsen und die Menge an Besuchern. Man musste schon richtig klettern. Die letzten Meter konnten die Kinder nur mehr schwer – Damian gar nicht – erklimmen, da sie zu kurze Beine hatten. Oben angekommen konnten wir einen herrlichen Ausblick auf beide Seiten der Insel genießen.

Nachdem wir wieder nach unten geklettert waren und am Strand auf die anderen warteten, griffen uns aus heiterem Himmel die Makaken an. Die sonst eher friedlichen Tiere waren sehr aufgebracht; vor allem auf die Kinder hatten sie es abgesehen. So sehr wir Damian und Midori auch beschützen wollten, die kleinen Tiere schlüpften zwischen unseren Beinen hindurch und kratzten und bissen Damian am Unterarm. Geistesgegenwärtig halfen nun auch die anderen Touristen, die Affen mit Steinen und Stöcken fernzuhalten. Wir flüchteten alle auf’s Boot und versorgten Damians Kratzer mit Desinfektionsmittel. Ein Guide der Insel zeigte uns seine vernarbten Unterarme und meinte, er wäre schon oft von den Affen verletzt worden und es ginge keine Gefahr von ihnen aus. Dennoch wollten wir uns nach der Tour bei einem Arzt erkundigen, ob die Gefahr einer Tollwutinfektion bestehe.

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Softdrink-schlürfender Makak auf Monkey Island, Cat Ba, Vietnam

Wir legten ab und schipperten gemächlich durch die Bucht unserem nächsten Stopp entgegen. Die Kalksteinfelsen ragten steil und imposant vor uns aus dem Meer.

Auf dem Kanu durch die Halong-Bucht

Unser Schiff steuerte eine kleine, schwimmende Fischersiedlung an, die als Ausgangspunkt für Kanufahrten diente. Dort wurden wir abgesetzt, mit Schwimmwesten, Paddel und Kajak ausgestattet und los ging’s.

Insgesamt hatten wir etwa eine Stunde Zeit, um die Felsen der Umgebung zu erkunden. Mit viel Glück konnte man kleine Höhlen zum Hinein- oder vielleicht sogar zum Durchfahren entdecken.

Nach der Paddeltour gab es am Schiff frisch zubereitetes, traditionelles, vietnamesisches Mittagessen. Es war viel und köstlich. Die weitere Fahrt zwischen den Felsen verlor auch nach Stunden nicht an Reiz. Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit wie wir es uns gewünscht hätten – die Sonne wollte sich den ganzen Tag über nicht zeigen.

Baden in der Bucht

Als wir zum Baden anlegten, fing es leicht zu regnen an. Wir wagten uns trotzdem ins Wasser. Midori und Andi sprangen sogar vom Oberdeck des Schiffs ins Meer.

Tollwut? Nein, danke!

Um etwa 16 Uhr kehrten wir nach Cat Ba Stadt zurück. Wir suchten sofort die erste Apotheke auf, um Damians Verletzungen, die ihm der Makake beigebracht hatte, begutachten zu lassen. Die dort anwesende Ärztin riet uns unbedingt zu einer Injektion gegen Tollwut. Nachdem wir ihm den Ernst der Lage verdeutlicht hatten, ließ sich Damian das erste Mal ohne größere Gegenwehr impfen. Mit der Ärztin konnten wir uns nur via Google Translator (was auf Vietnamesisch ganz gut klappt) unterhalten. Die Behandlung kostete 850.000 Dong (ca. 32 Euro), die wir gerne bezahlten. Die Ärztin und ihre Assistentin waren sehr nett und einfühlsam. Die von ihr ausgestellte Rechnung reichten wir bei unserer Versicherung ein und erhielten schon zwei Tage später die Antwort, dass die Kosten anerkannt würden.

What else on Cat Ba?

Zwei unglückliche Faktoren trafen für uns auf Cat Ba zusammen: das Wetter war leider schlecht und wir hatten nur zwei Übernachtungen vorgesehen. Also kamen wir zu nicht mehr als der Bootstour, die aber ohnehin das Highlight jedes Besuchs hier ist.

Sportbegeisterten legen wir einen Besuch des Nationalparks ans Herz. Dort werden geführte Mountainbiking-, Trekking-Touren u.v.m. angeboten.

Auf eigene Faust kann man beispielsweise das Cave-Hospital, eine Höhle, die während des Vietnam-Kriegs als Krankenhaus gedient hat, besuchen oder einfach den Strand genießen.

Fazit & Weiterreise

Cat Ba ist eine wunderbare Insel für alle, die auf der Suche nach Sport, Kulinarik und Party sind. Außerdem eignet sie sich bestens als Ausgangspunkt für eine Bootstour durch die Bucht.

Unsere nächste Etappe führte uns in Vietnams Hauptstadt Hanoi, auf die wir schon sehr gespannt waren. Die Rückfahrt mit unseren Motorbikes von Cat Ba auf’s Festland legten wir anders an als die Hinfahrt, da wir Haiphong nicht noch einmal durchqueren wollten. Wir entschieden uns daher für die längere Fährstrecke nach Halong, der Abschnitt am Landweg bis Hanoi würde dadurch aber abgekürzt. Möchtest du wissen, was Hanoi zu bieten hat? Dann lies doch weiter!

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Wir sind Damian, Midori-Lance, Andi und Niki. Gemeinsam sind wir die Rillaz, eine österreichische Familie, die das Reisen liebt. Wir sind immer auf der Suche nach Abenteuern, chilligen Stränden, fremden Kulturen und traditionellem Essen – abseits des Mainstreams. Hier berichten wir von unseren Reisen um die Welt. Bleib’ doch ein wenig und stöbere in unseren Beiträgen!

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