Laos

Kuang Si – die türkisblauen Wasserfälle von Luang Prabang

Die Kuang Si Wasserfälle bei Luang Prabang gehören zu den schönsten Laos’ – die Plitvicer Seen Südostasiens. Hält man sich in der geschichtsträchtigen Unesco Weltkulturerbestadt auf, können wir euch diesen Abstecher ins Umland wärmstens ans Herz legen.

Letzte Ausfahrt mit unseren eigenen Mopeds

Nun war es soweit: nach mehr als 5000 Kilometern, die wir zu viert auf unseren beiden Motorbikes quer durch Vietnam und Laos zurückgelegt hatten, stand der Verkauf der treuen fahrbaren Untersätze kurz bevor. Wir hatten uns aufgrund der katastrophalen Straßenverhältnisse zu entschieden, uns von ihnen zu trennen.

Unsere allerletzte Ausfahrt führte uns zu den etwa 30 Kilometer von Luang Prabang entfernten Kuang Si Wasserfällen. Auf dem Weg dorthin passierten wir einige kleine Dörfer, in denen noch von Hand gewebt wird. Wer Souvenirs dieser Art kaufen will, sollte es auf jeden Fall in einem Dorf direkt beim Erzeuger tun und nicht im teuren Luang Prabang, wo für einen Seidenschal in einem hippen Laden schon mal zwischen 150 und 700 Euro verlangt werden. Es gibt natürlich auch Günstigeres aus Baumwolle, aber in der Innenstadt wird der kaufkräftige Tourist gerne mit für laotische Verhältnisse völlig übertriebenen Preisen konfrontiert. Da hat man die Wahl zwischen „Fair Trade, Bio, Handmade, Women Empowerment“ (um nur ein paar Schlagworte zu nennen – von dem Marketing profitieren aber eher die findigen Händler) oder der extrem billigen chinesischen Fabriksvariante auf dem Nightmarket.

Schmetterlingspark Kuang Si

Nur wenige 100 Meter vor den Wasserfällen liegt ein wunderschöner Schmetterlingspark, den ein holländisches Pärchen vor etwa fünf Jahren angelegt hat. Dort kann man Schmetterlinge aus ganz Laos hautnah erleben. Aufwendig wurden Pflanzen aus dem ganzen Land zusammengetragen, um das authentische Futter für die Flatterlinge zu haben. Ein Guide hat uns etwas über die unterschiedlichen Abwehrmechanismen der Raupen und Puppen erzählt. Hauptsächlich arbeiten Volunteers an den verschiedenen Stationen, sei es im Bistro, an der Eintrittskasse oder im Schmetterlingshaus. Ein natürlicher Fisch-Spa führte direkt durch den Park und konnte kostenlos genutzt werden. Es war recht ruhig und daher sehr entspannt. Gleichzeitig möchte das Paar die laotische Natur und die Notwendigkeit ihres Schutzes Schulkindern aus der Region näherbringen und hat ein entsprechendes Projekt ins Leben gerufen. Spenden werden gerne gesehen (unaufdringlich wird dazu aufgerufen). Eintritt 40.000 Kip pro Erw. und 20.000 pro Kind (4 bzw. 2 Euro).

Kuang Si Wasserfälle

Die Wasserfälle lagen nur einen Steinwurf entfernt. Aufgrund des Wochenendes tummelten sich auf dem Gelände eine Menge Besucher, sowohl Touristen, als auch Einheimische.

Bevor man zu den Wasserfällen gelangt, durchquert man eine Anlage mit mehreren Bärengehegen. Die dort gehaltenen Mond- und Sonnenbären (Kragenbären) waren aus der Gefangenschaft der Wilderer befreit worden.

Gleich dahinter stößt man auf den Flusslauf mit diversen kleineren Wasserfällen. Das Wasser ist aufgrund des gelösten Kupfersulfats türkisblau, der Grund weiß. Es bietet sich ein ähnliches Naturschauspiel wie an den Plitvicer Seen in Kroatien. Der Park ist sehr gepflegt mit schön angelegten Wegen, Treppen in die natürlichen Wasserbecken zum Baden, Umkleiden, Mistkübeln, Rastplätzen zum Jausnen. Am Ende des Weges wird man mit dem Anblick des großen Kuang Si Wasserfalls belohnt. Davor lädt eine Holzbrücke zur Überquerung auf die andere Flussseite ein. Von der Brücke aus kann man schöne Fotos schießen, aber Vorsicht: Sprühregen vom Wasserfall auf’s Kameraobjektiv inklusive. Beidseitig hat man die Möglichkeit, über relative steile Naturstufen zum Ursprung des Wasserfalls zu wandern. Auch dort oben kann man baden und einen herrlichen Ausblick auf den hinabstürzenden Wasserfall und die Umgebung erhaschen. Von dort führt ein etwa 3 Kilometer langer Wanderweg zur Quelle des Flusslaufs und zu Höhlen. Der Eintritt zu den Wasserfällen belief sich für uns vier auf insgesamt 60.000 Kip (6 Euro).

Motorbikes for Sale

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beschlossen wir in Luang Prabang unsere Motorbikes zu verkaufen. Die Straßen von Laos ließen kaum anderes zu. Sie sahen mittlerweile schlimm mitgenommen aus. Andi ließ beide waschen, checkte sie anschließend durch und behob kleine Mängel. Im Hof des Hotels sahen ihm die Angestellten zu und fragten, was wir verlangen würden. Sie meinten, die Preise für Motorbikes seien in Laos höher als in Vietnam und sie würden uns mehr als 160 US-Dollar bieten. Aber am nächsten Tag wollte aber schon ein deutscher Interessent kommen, um sie anzusehen. Wir hatten schon von unterwegs auf Facebook inseriert. Am Tag der Besichtigung stellte sich allerdings heraus, dass er nur eines zu kaufen beabsichtigte. Wir mussten natürlich beide auf einmal loswerden. Dafür hatte er vollstes Verständnis. Der Rezeptionist unseres Hotels nannte uns seinen Freund als Interessenten, einen jungen Laoten namens Ton, der beide kaufen wollte. Er handelte auf 2.200.000 Kip (220 Euro) für beide herunter. Eines, so sagte er, würde er seinem Vater geben, der in einem kleinen Bergdorf lebt und es für tägliche Besorgungen gut brauchen könne. Er selbst könne außerdem derzeit seine Familie nicht besuchen, weil sie zu weit entfernt wohnten und er nur ein Fahrrad besäße. Am Morgen unserer Abreise machten wir den Deal fix und übergaben die Bikes recht wehmütig. Ein ganz besonderer Abschnitt unserer Reise ging damit zu Ende.

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Übergabe der Mopeds unmittelbar vor unserer Weiterreise nach Vang Vieng

Weiterreise

Am nächsten Tag machten wir uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg nach Vang Vieng.

Links

Kuang Si Falls Butterfly Park
Kuang Si Waterfall

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